Ins Flugzeug steigen und einfach losstarten – so einfach ist es leider nicht. Vor der Abreise sollten einige Sachen organisiert und geklärt werden. Ich habe euch mal das Wichtigste zusammengefasst. Natürlich sind das nur Erfahrungswerte, als nagelt euch nicht daran fest.

Visum – wo geht’s hin?

Je nachdem, wo du letztlich hinreisen willst, musst du dich um dein Visum kümmern. In Europa haben wir das Glück, dass das Einreisen meist sehr problemlos mit Personalausweis geht. Als Deutsche/r hat man zudem einen ‚sehr guten‘ Reisepass, das heißt, dass es viele Visa on arrival gibt – quasi bei Ankunft. Für andere Länder braucht man wiederum ein Visum, das man vorher bei der jeweiligen Botschaft beantragen muss – hier geht’s zum Visa-Quick-Check.

Ich habe den Vorteil, dass meine auserwählten Reiseziele entweder on arrival ein Visum ausstellen oder dies bereits über ein eVisa möglich ist.

Impfpass

Da ich relativ viel unterwegs bin, ist mein Impfstatus meist aktuell. Aber auch hier muss ich immer wieder nachprüfen. Dieses Mal habe ich zum Beispiel eine Gelbfieberimpfung gebraucht. Hier musste ich einen Arzt aufsuchen, der diese auch impfen darf. Dafür brauchen die Ärzte nämliche eine gesonderte Ausbildung. Einfach mal den Hausarzt fragen oder direkt in das nächste Tropeninstitut. Die Gelbfieberimpfung hält 10 Jahre, mittlerweile wird auch davon gesprochen, dass sie ein Leben lang hält.
Welche Impfungen für deine Reise relevant sind, kannst du bei Fit for Travel nachschauen.

Impfpass (Foto: Sabina Schneider)

Wichtig: Manche Impfungen brauchen Vorlauf, z.B. bei der Bestellung. Thypus ist nicht immer erhältlich, hier kann es zu Verzögerungen kommen. Außerdem gibt es Impfungen, die man über einen Zeitfenster von mehreren Tagen bekommt. Wer sein Startdatum schon weiß, sollte rechtzeitig mit den Impfungen beginnen, vor allem dann, wenn noch alles aufgefrischt werden muss.
Vorsicht: nicht alle Krankenkassen übernehmen die Kosten für Impfungen oder für die Malaria Prophylaxe. Einfach nachfragen. Ich z.B. bin bei der Audi BKK und die übernimmt alle Impfungen (bisher – Stand April 2019).

Auslandskrankenversicherung

Wenn du außerhalb von Europa reist, wirst du um diesen Punkt nicht drum rumkommen. Eine Auslandsversicherung ist im ersten Moment ziemlich teuer, lohnt sich aber und auf den Tag gerechnet, ist sie dann nicht mehr allzu teuer. Wenn du vorhast länger unterwegs zu sein, wird diese nämlich auf die Tage gerechnet und ist keine Pauschale, wie bei Kurzaufenthalte. Die Versicherungen unterscheiden sich meistens im Tagespreis und welche Länder inkludiert sind. Wer bis zu 56 Tage im Jahr unterwegs ist, der zahlt meistens noch eine Pauschale. Alles darüber wird pro Tag gerechnet.
Ich habe mich für die HanseMerkur entschieden, aber der Markt bietet ziemlich viele Anbieter, z.B. StaTravel oder die Huk Coburg.

Bankkonto & US-Dollar

Hier scheiden sich die Geister, welche denn jetzt sinnvoll sind. Eines vorweg: In den meisten Ländern wird Visa akzeptiert. Es lohnt sich auf jeden Fall, eine Visa-Karte zu beantragen. Auch hier ist der Markt gefüllt. Lange Zeit stand für viele die DKB an erster Stelle bei der Wahl einer Kreditkarte. Mittlerweile machen ihr den Rang mehrere Anbieter streitig: Santander (scheint momentan der einzige Anbieter zu sein, der alles rückerstattet), N26, Barclay oder ComDirect, um einige zu nennen.
Für mich viel die Wahl auf die DKB Karte. Als Aktivkunde zahlt man auch bei Abhebungen im Ausland nichts, bzw. bekommt es rückerstattet.

Wie werde ich Aktivkunde?
Da ich das Konto als Reisekonto eröffnet habe, habe ich regelmäßig Geld eingezahlt und Dinge damit gezahlt, die etwas mit der Reise zu tun hatten. Dabei war ich jetzt nicht super aktiv, wurde aber direkt als Aktivkunde eingestuft. Andere erstellen sich einen Dauerauftrag auf das Konto und einen zurück, damit regelmäßig Transaktionen durchgeführt werden.

Mit einigen Ausnahmen: Einige Geldautomatenbetreiber erheben ihre eigenen Entgelte – darauf hat die DKB keinen Einfluss und kann diese Gebühren nicht erstatten. Die DKB weißt drauf hin, dass ein ATM mit Visa-Logo aufgesucht werden soll.

Kreditkarte und US Dollar sind auf Reisen unabdingbar (Foto: Sabina Schneider)


Online-Banking: Zweit-Handy: Wer Online-Überweisungen tätigen will und diese über das Handy läuft, nimmt am besten ein Zweit-Handy mit, damit das Online-Banking gewohnt über die registrierte Handynummer funktioniert. Wer einen TAN-Generator hat, sollte diesen einpacken.

US-Dollar: Wenn ihr in Länder reist, wo nicht sofort ein ATM zur Verfügung steht oder schlichtweg nicht funktioniert, nehmt für diesen Fall von zu Hause US-Dollar mit. Diese kannst du problemlos bei deiner Bank bestellen. In größeren Städten sind diese sofort verfügbar, bei kleineren dauert es in der Regel um die drei Tage, bis die Scheine abholbereit sind. Vor allem bei Grenzübergängen zahlt man das Visum oft mit US-Dollar. Allein deswegen macht es Sinn, welche einzupacken.

Internationaler Führerschein

Wenn du vorhast, in dem Land deiner Wahl ein motorisiertes Fahrzeug zu steuern, brauchst du einen internationalen Führerschein (außer in Europa). Diesen kannst du dir ziemlich schnell für 15 Euro an der Führerscheinstelle holen. Alles was du dafür brauchst ist ein Ausweisdokument, deinen Führerschein und ein Passfoto. Innerhalb von wenigen Minuten ist der internationale Führerschein fertig. Dieser ist unterwegs nur mit Vorlage des ‚richtigen‘ Führerscheins gültig.

Passwörter, Vollmacht und Patientenverfügung

Darüber denkt man ungerne nach: Was ist, wenn dir etwas passiert. Letztlich müssen wir uns trotzdem damit auseinander setzten. Ich habe deswegen einen Passwortmanager, auf dem alle Passwörter hinterlegt sind. Den Zugang gebe ich dann jemanden, dem ich das anvertraue. Ebenso, wie ich meinen Eltern und meiner Schwester eine Vollmacht ausgestellt habe und eine Patientenverfügung ausgefüllt habe.

Reisepass und Dokumente (Foto: Sabina Schneider)

Kopien der Dokumente

Gehen wir allerdings mal nicht vom Schlimmsten aus, sondern um harmlose Fälle, bei denen es vor allem um Dokumente geht. Diese hinterlege ich als Kopie/Scan ebenfalls bei meinen Eltern: Reisepass, Personalausweis, Führerschein, Impfpass, Gesundheitskarte etc.
Zum Glück ist bisher nie etwas Grobes passiert, trotzdem ist es sinnvoll, alle wichtigen Dokumente als Kopie irgendwo zu hinterlegen – im Fall des Falles. Ich habe zum Beispiel mal meine Kreditkarte gesperrt, das ging dann mit beglaubigter Vollmacht ziemlich flott wieder zum Entsperren.