Ich sitze vor meinem PC und meine Gedanken sind eigentlich wo ganz anderes. Mehr oder weniger genervt checke ich Instagram. Warum? Weil es mich mit Fernweh ansteckt, all die schönen Instastories anzuschauen und die ganzen tollen Fotos von den tollsten Plätzen der Erde. Weil ich mich gerne wegträume. Hinaus in die Welt.

Raus in die Welt

Eine Freundin meinte einmal, sie hätte eine Reise-Torschusspanik. Ich kann das zu 100% unterzeichnen. Anstatt, dass meine Bucketlist kürzer wird, wird sie immer länger. Immer mehr neue Ideen und Ziele kommen auf die Liste. Dabei handelt es sich um Länder, aber auch um kleine Abenteuer, wie eben die Alpenüberquerung, die ich dieses Jahr geplant habe. Je öfters ich an die Länder und die Abenteuer denke, desto hippeliger werde ich. Wann werde ich das erleben, wann werde ich dort sein und vor allem eins: Wann geht es los?Ich denke, jeder hatte schon mal den Gedanken, eine Weltreise zu machen. Auch ich. Immer wieder.

Roadtrip in Island (Foto: Sabina Schneider)

Wie meine Oma irgendwie Unrecht hatte

Früher, als ich noch etwas kleiner war, habe ich mir zum Geburtstag und zu Weihnachten immer Atlanten gewünscht. Ich konnte einfach nicht genug haben. Jedes Mal, wenn meine Oma vorbeikam, habe ich ihr all die Länder gezeigt, zu denen ich reisen werde. Trocken meinte sie nur: Ja, mit dem Finger auf der Karte vielleicht. Irgendwie hat das meinen Ehrgeiz und meine Reiselust geweckt –
bis ich irgendwann anfing vom Land dort unten rechts zu träumen. Jahrelang lag ich meinen Eltern in den Ohren, dass ich unbedingt nach Australien möchte. Ich habe nur noch abgewartet, bis ich mein Abitur in der Tasche hatte und dann ging es auch schon los.

Kingspark Perth (Foto: Sabina Schneider)

Und jetzt?

Jetzt habe ich (hoffentlich) in einem Jahr meinen Master in der Tasche und es ist wieder Zeit, (Reise-)Träume zu haben. Dieses Mal ist es aber nicht ein Land, sondern die ganze Welt. Aber wieso macht man den Master, um dann gar nicht zu arbeiten? Was ist mit Karriere? Ja, die Frage habe ich mir sehr oft gestellt, und irgendwie wollte ich den Erwartungen entsprechen. Aber schon an den Gedanken, die Welt aufzuschieben, tat bisschen weh. Man muss wissen, ich bin seit Anfang 2017 neben dem Studium selbstständig und kann erstens schon mal Geld zur Seite sparen und zweitens weiß ich, was ich nach der Weltreise machen möchte und ich traue mir zu sagen, dass ich bisher schon sehr viel Erfahrungen gesammelt habe. Wieso also die Welt aufschieben?

Unterwegs in Kapstadt (Foto: Sabina Schneider)

Eigentlich plane ich gar keine Weltreise

Wie jetzt? Doch keine Weltreise? Genau, ich plane keine Weltreise – Weltreise bedeutet für mich einmal um die Welt und das für einen bestimmten Zeitraum. Das möchte ich aber nicht. Ich sage lieber: Ich plane eine Langzeitreise. Einfach an die Orte kommen, die mich begeistern ohne schnell weiter zu müssen, um die Welt zu umrunden. Außerdem will ich mir herausnehmen können, auch wieder nach Deutschland zu kommen – also zwischendurch. Ich bin nämlich ein absoluter Familienmensch.

Apropos: Was sagt denn deine Familie dazu?

Meine Familie ist einfach der Wahnsinn und unterstützt mich in dieser Entscheidung. Mittlerweile wissen sie, dass es mich unglücklich machen würde, könnte ich nicht einfach los. Goethe sagte: Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen. Wurzeln, solang sie klein sind und Flügel, wenn sie größte sind. Meine Eltern haben mir beides gegeben. So gerne ich draußen in der Welt bin, so gerne komme ich auch zu meinen Wurzeln zurück. Dafür bin ich ihnen unendlich dankbar. Allein das macht mich glücklich. Und wer weiß: Vielleicht kommen sie mich auf meiner Langzeitreise besuchen?

Aktiv in Slowenien (Foto: Sabina Schneider)

Die Welt ist der beste Lehrer

Ich habe schon viele Reisen hinter mir, manche nur ein paar Tage, manche fünf oder acht Monate und an jeder Reise bin ich gewachsen. Man entwickelt sich weiter und „Travelling ist he best form of education“ – also wieso nicht raus und sich dort weiter ausbilden zu lassen. Gibt es denn was Besseres?

Elefanten im Chobe Nationalpark (Foto: Sabina Schneider)

Klar, Angst und Respekt werden mich begleiten, aber selbst daran wächst man und man nimmt immer etwas für sich mit, also:

Worauf wartest du?