I love Perth! Wer mich kennt, der weiß, dass Perth meine zweite Heimat ist. Und der weiß auch, wie sehr ich über diese Stadt an der Westküste in Australien schwärme. Perth ist mit 1,6 Millionen Einwohner die Hauptstadt von Western Australia. Durch seine Abgeschiedenheit verirren sich weniger Touristen in diese wirtschaftlich boomende Stadt.

Ich war einer dieser Touristen, oder besser ich war einer von vielen Backpackern in Australien. Gearbeitet habe ich 2011/12 dabei sechs Monate in jener Stadt und im Juni 2016 habe ich Perth noch einmal einen Besuch abgestattet und mich promt noch einmal verliebt. Zugegeben, auf dem ersten Blick scheint Perth eine gemütliche Stadt zu sein, in der nicht allzu viel Neues passiert. Aber nachdem ich bereits insgesamt sieben Monate dort gelebt habe, habe ich Perth in diesem Jahr von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Ich hatte also lange Zeit, die wichtigsten „To Do’s“ zu entdecken.

Kingspark und viele andere Parks

Der Kings Park ist kein Geheimtipp per se. In jedem Reiseführer steht er an Platz eins der Must Sees in Perth. Der Stadtpark von Perth mit Blick auf die gesamte Stadt ist ein beliebtes Ausflugsziel bei Jung und Alt. Hier finden Interessierte BBQ-Stellen, an welchen man sogar mit einer großen Gesellschaft einen feinen Grillabend veranstalten kann. Besonders bemerkenswert: Jeder hält sich daran und macht die BBQ-Platte stets sauber. Der Kings Park ist auch dann Treffpunkt, wenn der Australian Day am 26. Januar mit Flugvorführungen und Feuerwerk gefeiert wird.

Kingspark Perth (Foto: Sabina Schneider)

Kingspark Perth (Foto: Sabina Schneider)

Anschließend an den Kings Park ist der Botanic Garden mit der Lottery Bridge und dem DNA-Tower. Perth ist eine sehr grüne Stadt, denn es gibt dort so viele Parks, dass ich es sogar nach sieben Monaten nicht geschafft habe, alle zu besichtigen. Die zwei großen nach dem Kingspark sind der Hyde Park und der Lake Monger. Warum der Lake Monger so speziell ist: Dazu gleich mehr.

Northbridge kennenlernen

Es ist das junge und hippe Viertel in Perth und eines meiner liebsten. Hier kann man eigentlich alles erleben. Im Zentrum von Northbridge liegt die Northbridge Piazza. Ein Grünfläche, welche im Sommer zum Outdoor-Kino wird, Sitzsäcke parat stehen und über eine große Leinwand verfügt. Besonders für mich als Kaffee-Liebhaber ist Northbridge ein Paradies. An jeder Ecke riecht es nur nach Kaffeebohnen und Flat White. Besonders zu empfehlen sind hier Koffie Winkel und Kalkulas Brothers. Kalkulas Brothers ist vor allem auch deswegen einen Besuch wert, da der kleine Laden einen kleinen Markt beherbergt, in dem man allerlei Sachen abfüllen kann. Ein sehr magischer Ort, wie ich finde.

Wer es besonders süß möchte, der ist bei San Churros herzlich willkommen und hat eine Auswahl an zig Schokoladenvariationen: Trinkschokoladen, Schokoladeneisbecher, Schokoladenfudges oder spanische Churros. Während Northbridge tagsüber ein ruhiges, gemütliches Viertel ist, in dem man viel entdecken kann, wird es nachts zur Partymeile. Dann wird in der Monkeys Bar und in den anliegenden Lokalen bis in die Puppen gefeiert. Wer also nachts seine Ruhe haben möchte: Buche nie ein Hostel, das direkt in Northbridge liegt.

Ein Ausflug nach Fremantle

2015 wurde Fremantle vom Lonley Planet auf Platz fünf der schönsten Touristendestinationen gewählt. Australier haben die Eigenschaft, alle Wörter abzukürzen und einen „Spitznamen“ zu verpassen. So wird aus Fremantle einfach Freo. Die kleine Hafenstadt, welche superbequem von Perth aus mit dem Zug erreichbar ist, hat viel zu bieten.

Fremantle (Foto: Sabina Schneider)

Fremantle (Foto: Sabina Schneider)

Die bekanntesten Hot Spots sind:

  • das Roundhouse
  • Fremantle Prison
  • Fremantle Markets (Alternative wäre der Vorort Subiaco, dort gibt es auch einen sehr guten Markt die ganze Woche über)
  • Besuch in einer Brauerei (MONK oder Little Creature)
Fremantle (Foto: Sabina Schneider)

Fremantle (Foto: Sabina Schneider)

Fremantle (Foto: Sabina Schneider)

Fremantle (Foto: Sabina Schneider)

Mit der Fähre auf Rottnest Island

Rottnest Island wirbt mit dem Slogan: Home of the happiest animal in the world. Rottnest Island ist gerade mal elf Kilometer lang und fünf Kilometer breit und beherbergt nicht mehr als 200 Einwohner, Kraftfahrzeuge sucht man hier vergeblich. Dafür sieht man genügend Radfahrer, die diese Insel vor Perth bestaunen.

Rottnest Island (Foto: Sabina Schneider)

Rottnest Island (Foto: Sabina Schneider)

Die Natur ist auf jeden Fall eine Grund, die Insel mit der Fähre anzusteuern, ein weiterer Grund sind die Quokkas. Diesen Ratten verdankt die Insel ihren Namen „Rattennest“. Dennoch sind diese Ratten einfach zum Dahinschmelzen, denn sie werden mit einem natürlichen Lächeln geboren. Dadurch scheint es, als würden die Quokkas ständig grinsen. Ein Quokka-Selfie zu machen, liegt im Trend und man sieht genügend Touristen, die das versuchen. Ich muss gestehen, meine Quokkas sind immer weg gesprungen und ließen sich nicht mit mir fotografieren.

Quokkas auf Rottnest Island (Foto: Sabina Schneider)

Quokkas auf Rottnest Island (Foto: Sabina Schneider)

Kaffeekultur Australiens kennen lernen

Kaffee hat in Australien eine ganz andere Bedeutung als bei uns zu Lande. In Australien wird der Kaffee regelrecht gefeiert.In keinem Restaurant oder Café wirst du jemals einen Kaffee-Schnellautomaten finden. Dazu sind die Australier viel zu stolz.Es gibt einen „Nationalkaffee“ und das ist der Flat White. Also ich 2011 zum ersten Mal Kaffee verkaufte, stand ich ratlos da, als mein erster Kunde einen Flat White wollte. Was ist das denn? Naja, ein flacher Weißer eigentlich: ein starker Espresso mit mikrofeinem Milchschaum. Heute weiß ich: Es gibt definitiv nichts besseres.

Am Strand relaxen

Perth hat als abgelegene Küstenstadt einen eindeutigen Vorteil: Strände. Strände so weit das Auge reicht. Die schönsten Strände, an denen ich bisher war. Und davon viele. Die bekanntesten dabei sind City Beach, Cottesloe Beach und Scarborough Beach. Alle drei sind einen Ausflug wert. Oft gibt es an den Stränden Kunst- und Kulturfestivals, die auf jeden Fall zu empfehlen sind.

Tagestouren buchen

Auch wenn Perth sehr abgeschieden liegt, muss man nicht nur in der Stadt verweilen, denn auch rund um die Stadt gibt es viel zu erleben. Es gibt sehr viele Anbieter, die Tagestouren im Programm haben. Sehr weit oben auf der Beliebtheitsskala steht Magret River. Ein Eldorado für Weinschmecker und Freunde des guten Essens. Mit etwas mehr Zeit, lässt sich der Cape to Cape Track absolvieren, wie ich es einst gemacht habe.
Ein weiteres Tagesziel könnten die Pinnacles sein, Steinformationen, die sich im Norden von Perth angesammelt haben. Die Steinformationen sind uralte Wüsten-Skulpturen, die sich im Nambung National Park befinden. Unser Guide hatte sie breit grinsend als „Women’s best friends“ bezeichnet.

Pinnacles (Foto: Sabina Schneider)

Pinnacles (Foto: Sabina Schneider)

Am Elizabeth Quay relaxen und nach Delfinen Ausschau halten

Elizabeth Quay ist der Hafen von Perth. Von hier aus nimmt man beispielsweise auch die Fähre nach Rottnest Island. Der Hafen wurde vor kurzen umgestaltet und erscheint nun im neuen Outfit. Neben Cafés und Restaurants, steht hier der Bell Tower, ein Wahrzeichen der Stadt. Der Tower ist schön anzuschauen, besonders nachts, da er in verschiedenen Farben beleuchtet wird. Meiner Meinung nach, kann man das so belassen, ein Aufstieg auf den Turm ist beweiten nicht so spannend. Zudem werden gerade Penthäuser drum herum gebaut. Die Aussicht wird so zugebaut.

Wer Geduld mitbringt, kann ich ein schönes Plätzchen mit Blick auf den Swan River suchen und nach Delfinen Ausschau halten, denn in diesem australischen Fluss tauschen immer mal wieder Delfine auf.

Einen besonderen Tipp habe ich noch: Wer gerne indisch ist, der sollte unbedingt ins Annalakshmi gehen. Als ich 2011 dort war, war es ein absoluter Geheimtipp, mittlerweile ist es ein Besuchermagnet. Das Besondere daran, es ist ein Buffet und man zahlt so viel, wie es dir wert ist.

Auf der Suche nach dem Black Swan

Wenn man an einen Schwan denkt, dann ist der in den meisten Fällen weiß und hat einen orangefarbenen Schnabel. Nicht in Perth. Perth ist Heimatstadt des schwarzen Schwans. Sein Fell ist pechschwarz und sein Schnabel knallrot. Zu finden ist der Black Swan eigentlich überall in Perth. Als Gemälde in Northbridge, als Skulptur an der Brücke zu Northbridge, als Namensgeber des Black Swan Theaters. Doch wo findet man das Original? Lange Zeit konnte man Exemplare des Vogels im Hyde Park finden, mittlerweile leben dort nur noch ein männlicher Schwan mit seiner Herzensdame, die sehr schüchtern zu sein scheinen. Wer auf Nummer sicher gehen will, der fährt zum Lake Monger. Dort finden sich mit Sicherheit schwarze Schwäne. Zudem ist der Lake Monger ein beliebtes Ausflugsziel, da es dort neben den schwarzen Schwänen noch zahlreiche andere spezielle Vogelarten gibt. Man trifft dort Jung und Alt, Familien, Läufer, Skateboarder und Hundebesitzer. Ein toller Ort, um auszuspannen.

Black Swan in Perth (Foto: Sabina Schneider)

Black Swan in Perth (Foto: Sabina Schneider)

Getränke probieren

Ich kann mich noch erinnern, als ich 2012 wieder nach Deutschland zurückkam, dass dort gerade Bubble Ice Tea als Trendgetränk gefeiert wurde. In Australien gibt es diesen Tee schon lange. Da es sehr viele ostasiatische Arbeiter nach Perth bzw. generell nach Australien verschlägt, gibt es hier an fast jeder Ecke einen Bubble-Ice-Tea-Laden. Und ich versichere, dort schmeckt das Getränk bei weitem besser als in Deutschland. Ein ganz großes Plus bekommt Perth wegen „Boost“ – eine Smoothie-Saft-Bar, wie ich sie noch nirgends gesehen habe. Ein Wunder, dass es von diesem leckeren Geschäft noch kein Franchise-Unternehmen in Deutschland gibt. Nein, ernsthaft: Etwas besseres kann euch nicht passieren.

Heirisson Island

Känguruhs in Mitten einer Großstadt? Das gibt es nur in Perth. Auf der kleinen Insel Heirisson Island hüpfen die Beuteltiere freudig umher und jeder hat die Chance, mit den Tieren auf Tuchfühlung zu gehen. Wer sich auf dem Weg dorthin macht, der sollte auf jeden Fall mit Insektenspray eingesprüht sein, denn auf der Insel befindet sich ein Tümpel und mit ihm einige fiese Blutsauger.

Tipps für den Aufenthalt in Perth

  • bom.gov.au ist eine sehr zuverlässige Seite, die das Wetter nicht nur in Perth sehr genau bestimmt, sondern ganz Australien im Augen behält.
  • Wer in Perth mobil sein möchte, der hat Glück, denn in Perth gibt es Free Buses, genannt CAT (Central Areas Transportation). In Perth gibt es Yellow CAT (West-Ost-Verbindung), Red CAT (Zentral), Blue CAT (Northbridge-Zentral) und Green CAT (Richtung Leederville, am Kings Park vorbei). Einfach einsteigen und die kostenlose Fahr genießen. In Frementle sind es die Orange CAT und ebenfalls die Blue CAT.
  • Als Student unbedingt einen internationalen Studentenausweis mitführen. Damit gibt es sehr viele Vergünstigungen, z.B. beim Besuch des Bell Towers, oder beim Kauf des Smartriders. Smartrider ist ein sehr cleveres System. Statt einzelne Fahrkarten zu kaufen, holt man sich diese Plastikkarte und lädt es mit Geld auf. Bei jedem Antritt einer Zug-oder Busfahrt einfach Smartrider am Automaten scannen und beim Aussteigen erneut abstempeln. Der Preis der Fahrt wird automatisch abgebucht. Da man die Karte selber auch zahlen muss (bei mir waren es 5 AUS$), lohnt sich der Smartrider vor allem dann, wenn man länger vor Ort ist, und man abseits der CATs auf andere Transportmittel angewiesen ist.
  • Wer auf der Suche nach noch mehr spannende, interessante Plätze ist, dem empfehle ich Hide & Seek Perth (Explore Australia) Durch das Buch habe ich tolle Clubs, Läden und Ausstellungen entdeckt.