Ich hörte nur Gruselgeschichten von Johannesburg. Dort sei es gefährlich und überhaupt nicht sehenswert, man könne sich die Stadt auch sparen: Dennoch habe ich mich entschlossen, da ich sowieso in Jo’burg zwischenlanden musste, dort drei Tage zu bleiben. Abschließend kann ich sagen: So schlecht wie ihr Ruf ist die Stadt Johannesburg nicht – ganz im Gegenteil.

Von Windhoek nach Johannesburg

Die letzten drei Monate davor habe ich in Windhoek verbracht. Dementsprechend riesig erschien mir Johannesburg und ich freute mich drauf, endlich wieder Großstadtluft zu schnuppern (Windhoek ist alles anderes als eine Großstadt) und Neues zu sehen. Natürlich habe ich mich vorher umgehört und somit war mir klar, dass ich am besten im Viertel Maboneng nächtigen werde.

Johannesburg (Foto: Sabina Schneider)

Johannesburg (Foto: Sabina Schneider)

Willkommen in Maboneng

Einst galt das Viertel zwar als besonders gefährlich und vor zwielichtigen Gestalten wurde gewarnt. Heute sieht das Viertel allerdings anderes aus. Es hat sich zu einem upcoming Viertel entwickelt, welches auch als Künstlerviertel bezeichnet werden kann. Dort gibt es hippe Cafés, Bars und Restaurants und das Viertel hat sich auf Reisende und Backpacker eingestellt. Übernachtet habe ich übrigens im Curiocity Backpackers in der Fox Street. Also mittendrin im Viertel. Eine sehr gute Entscheidung – nicht nur, weil ich die coolen Plätze schnell zu Fuß erreichen konnte, sondern auch, weil das Hostel spitzenmäßige Touren anbietet.

Johannesburg (Foto: Sabina Schneider)

Johannesburg (Foto: Sabina Schneider)

Johannesburg: die Inner-City Tour

Da ich alleine unterwegs war und mir Johannesburg, oder Jo’Burg, wie die Einheimischen sagen, noch nicht ganz geheuer war, habe ich diese Tour für den ersten Tag gebucht. Der Guide war ein junger Mitarbeiter des hippen Hostels, dementsprechend war auch die Tour gestaltet. Wir starteten mit einem Fußmarsch durch das Viertel Maboneng. Uns wurden verschiedene architektonisch beeindruckende Gebäude gezeigt, ebenso wie künstlerische Gemälde und Ausstellungshallen. Dabei lernten wir nicht nur den Stadtteil Maboneng kennen oder wie sehr Nelson Mandela hier verehrt wird, sondern auch viel über das Leben in der Stadt.

Maboneng (Foto: Sabina Schneider)

Maboneng (Foto: Sabina Schneider)

Der Guide zeigte uns verschiedene Plätze, wir warfen einen Blick über die Stadt von einem Hochhaus und sahen die größte Bücherei der südlichen Hemisphäre. Ein absolutes Highlight, denn noch nie habe ich so viele Bücher kreuz und quer am Boden liegend und in den Regalen verteilt gesehen. Dazu kamen noch allerlei Vinyl-Platten, Kassetten und Spiele. Ein toller Abschluss für die Tour.

Die Soweto Tour

Diese Tour führte in das Township der Stadt. Auch diese machte ich mit dem Curiocity Hostel. In Soweto angekommen, wurden wir erst einmal in die Geschichte des Stadtteils eingeführt und machten deswegen halt am Hector Pieterson Denkmal. Danach hatten Zeit ins nahe gelegene Museum zu gehen und fuhren nach diesem Besuch in die Straße der Friedensnobelpreisträger. Die Vilakazi Street war einst Wohnort der beiden Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela und Desmond Tutu.

Soweto (Foto: Sabina Schneider)

Soweto (Foto: Sabina Schneider)

Dann war es Zeit für das Mittagessen: scharf gewürzte Hühnerfüße! Wem das zu wenig war, der bekam noch einen Hot Dog. Außerdem ging eine Schale mit Bier durch die Reihen. Das Soweto-Bier, welches sehr kostengünstig produziert wird und sehr stark nach Hefe schmeckt. Nichts für den Reinheitsgebot-Geschmack.

Bier trinken in Soweto (Foto: Sabina Schneider)

Bier trinken in Soweto (Foto: Sabina Schneider)

Fazit meines Städtetrips

Auch, wenn ich von Johannesburg überrascht war und es nicht so schlimm wurde, wie erwartet, reichten mir die drei Tage.Durch die beiden Touren des Curiocity-Hostels habe ich einen guten Einblick in das Leben und in die Stadt selber bekommen. Da die meisten Flüge nach oder über Johannesburg gehen, lohnt es sich auf jeden Fall, den Aufenthalt auf drei Tage zu erweitern und bisschen die Stadt zu erkunden. Wer tiefer in die Stadt und ihre Leben eintauchen möchte, muss natürlich viel länger dort bleiben!