Überdimensionale Krabben über Hauseingängen, gewaltige Drachen an Torbögen, kunterbunte Imbissstände. Was nach einem Schlaraffenland für Feinschmecker klingt, hat in Japan tatsächlich einen Namen: Osaka.

Beim ersten Schritt auf Osaka’schen Boden herrscht erst einmal große Verwirrung bei Ngoc und mir: „Nanu, hier steht ja plötzlich jeder auf der richtigen Seite der Rolltreppe?“

In Japan herrscht nämlich Linksverkehr, weshalb auch sonst alles seitenverkehrt abläuft. Interessanterweise werden in Osaka allerdings eher westliche Richtungsstandards befolgt – zumindest unter den Fußgängern.

Fußgänger Osaka (Foto: Marina Hochholzner)

Takoyaki, Ramen und O-Sushi

Diese Seltsamkeit ist jedoch noch gar nichts. Die „Küche Japans“, wie Osaka genannt wird, bietet so viel mehr. Denn es ist allen voran für seine vielen städtischen Delikatessen bekannt. Der wohl berühmteste Vertreter: Takoyaki, also Tintenfischkugeln.

Imbiss Osaka (Foto: Marina Hochholzner)

Als Schleckermaul ist man hier geradezu im Paradies: Nicht nur, dass in Osaka zahlreiche Imbissbuden und Restaurants das Stadtbild bereichern, sie sind auch noch sehr ausgefallen anzusehen:

Da gibt es überdimensionale Krabben, Nudelschüsseln oder Muscheln an den Häusern. Prächtige Drachen markieren eine bekannte Ramenkette, und zahlreiche Lampions und Leuchtschilder identifizieren kleine Seitengassen als wahre Schlemmermeilen.

Osaka Essen (Foto: Marina Hochholzner)

Lichtermeere in den Abendstunden

Nachdem man sich in Osaka den Bauch vollgeschlagen hat, bietet sich natürlich ein nächtlicher Verdauungsspaziergang an. Vor allem das Gebiet zwischen Shinsaibashi und Namba ist dabei sehenswert.

Verschiedenste Aktivitäten locken hier auch uns – aktuell zu zweit reisende – Backpacker in die riesige Innenstadt. Zahlreiche Malls mit Spielhallen und Karaokebars bilden das Zentrum der abendlichen Partygänge. Shops mit den verrücktesten Waren locken Jung und Alt.

Sehr sehenswert ist vor allem der Dōtonbori-Kanal, der vor allem Abends einen wundervollen Ausblick über Osakas buntes Lichtermeer und Trubel bietet.

Lichtermeer Osaka (Foto: Marina Hochholzner)

Glücklicherweise hat Mane einen besseren Orientierungssinn als Ngoc und ich und kann uns tatsächlich unter den knapp 3 Millionen Einwohnern wiederfinden. Zu dritt beschließen wir, erstmals Japans Nachtleben unsicher zu machen.

Osaka – Zeit für ein wenig Party!

Der Weg führt in eine der gigantischen, mehrstöckigen Spielhallen. In den untersten beiden Etagen fischen wir mit Aufbringung all unserer Angeltalente nach Stofftieren und Sammelfiguren, auf den nächsten beiden Decks probieren wir diverse Spielautomaten aus.

Mädels Trommeln (Foto: Marina Hochholzner)

Während Ngoc und ich von den japanischen Teens zu einem Trommel-Duell heraus gefordert werden, klimpert Mane auf der Guitarhero-Gitarre. So sehr wir uns auch anstrengen – die einheimischen Jugendlichen spielen uns in Grund und Boden.

Ganz oben in der Spielhalle entdecken wir neben einer Karaokebar auch eine Art Sportanlage und liefern uns eine erbitterte Darts-Schlacht. Gerne würde ich etwas anderes behaupten, aber Ngoc hat mich und Mane geschlagen.

Aber nur, weil ich nicht verstanden habe, was der japanische Automat überhaupt von mir wollte.

Mary und Ngoc Trommeln (Foto: Marina Hochholzner)

Wenn der Zapfenstreich die Backpacker überrascht

Praktischerweise befindet sich unser Hostel einigermaßen in Reichweite von Namba. Somit ist es auch kein Problem, als das Personal uns gegen zwei Uhr morgens höflich und mit Dutzenden Verbeugungen darauf hinweist, dass die Spielhalle nun schließt.

Brav gehen wir – bis wir irritiert feststellen, dass die U-Bahnen bereits Feierabend haben. Zu Fuß treten wir also den Heimweg an. In Japan kein Problem, denn dieses Land ist eines der sichersten der Welt.

Schrein Osaka (Foto: Marina Hochholzner)

Und so haben wir immerhin Zeit, das nächste Etappenziel während des Fußmarsches durchzuplanen. Bis Ngoc plötzlich einwirft: Er würde so gerne Rehe streicheln gehen! Und am besten macht man das in Nara.

Die kleine Festival-Stadt ist vor allem wegen seiner freilaufenden Sikahirsche bekannt. Die geografische Lage Naras zwischen Osaka und Kyoto bietet es außerdem perfekt für einen Tagesausflug an.

Das nächste Ziel ist also gesetzt! Doch zuerst wird noch ein wenig Osakas illuminiertes Zentrum genossen.

Nara (Foto: Marina Hochholzner)