Es war mein Jahresvorsatz für 2017: Noch einmal nach Island – dieses Mal im Sommer. Wer einmal in Island war, der will wieder hin. Island, die Insel aus Feuer und Eis. Ich war bereits im Winter 2013/14 schon einmal dort und habe das erste Mal in einem Leben Polarlichter gesehen. Ein unglaubliches Erlebnis.

Aber ich wollte mehr von dieser wunderbaren Insel sehen. Es sollte ein Roadtrip werden, mit Camping. Ein einmaliges Erlebnis. Die Westfjorde habe ich dieses Mal wieder ausgelassen. Lange war in meinem Kopf: Ich muss da auch hin, da war ich ja schließlich nicht. Aber in neun Tagen die Insel komplett sehen zu wollen, ist utopisch. Zwar könnte man alle Punkte abhetzen, aber das wollte ich auf keinen Fall. Außerdem muss man sich ja auch was aufheben für die nächste Island-Reise.

Island Roadtrip (Foto: Sabina Schneider)

Auch wenn ich es erwartet habe, aber im Vergleich zu Winter 2013 war es eindeutig touristischer und voller, überall gab es auf einmal Parkgebühren und Eintrittspreise. Trotzdem war es wieder wunderschön und super für jene, die nur kurz Zeit auf der Insel haben. Für alle jene, die länger bleiben, den erwarten – meiner Meinung nach – noch viel mehr Highlights als der bekannte Golden Circle, auf der Insel, die weniger überlaufen sind.

Teil 1: Von der Hauptstadt Islands ins Landmannalaugar

Die Hauptstadt Reykjavík 

Ach Reykjavík  – keine andere Stadt ist so niedlich, süß und zugleich so weltoffen. Egal bei welchem Wetter, die isländische Hauptstadt bietet viel auf wenig Platz. So spazierten wir vom Bus Hostel in die Innenstadt, entlang am See Reykjavíkurtjörn, gingen beim Le Bistro Essen und fuhren mit dem Auto in den Botanischen Garten, um dort in dem süßen Café Floran die Tagessuppe mit dem leckeren Brot zu genießen.

Island Roadtrip (Foto: Sabina Schneider)

Tipps Reykjavik (abseits der Reiseführer)

  • Fahrradschranken in der Innenstadt suchen. Sie sorgen seit 2011 dafür, dass die Innenstadt nur für Fußgänger und Radfahrer zugänglich ist.
  • Cafe Floran im Botanischen Garten
  • Instagram-Empfehlung: Reykjavík Food
  • Zeitung The Reykjavík Grapevine: Hier finden sich sehr viele Veranstaltungstipps
  • Für Bierliebhaber: die MicroBar – bisschen versteckt, aber total urig und kaum überlaufen
  • Für den kleinen Hunger / kleinen Geldbeutel: Café Babalu

Der goldene Kreis

Die meisten der Reisenden ist der erste Anlaufpunkt nach Reykjavík der Golden Circle. Das Schöne an Island ist, dass man in wenig Zeit viel erleben kann. Zum Beispiel lohnt sich eine Fahrt zum Golden Circle. Man sieht nicht nur den Spalt zwischen Europäischer und Amerikanischer Platte im Naturpark Þingvellir, sondern auch den unbeschreiblichen Gullfoss, einen beeindruckenden Wasserfall. Im Winter ist dieser halb gefroren und erstrahlt im Licht der tiefstehenden nordischen Sonne im schönen Eisbonbon-Gletscher-Blau. Auch die berühmten Geysire– allen voran den bekannten Strokkur – bekommt man so zu Gesicht.

Island Roadtrip (Foto: Sabina Schneider)

Stokkseyri: Camping und Dorffest

Nach dem Golden Circle ging es erstmal auf Campingplatzsuche, und da am nächsten Tag eine Wanderung ins Landmannalaugur auf dem Plan stand, sollte es nicht allzuweit weg sein. Die Entscheidung fiel auf Stokkseyri. Ein kleiner, lieber Campingplatz, der scheinbar sehr beliebt für Familie-Wochenende-Ausflüge ist. Es regnete ununterbrochen. Aber uns wurde mehrmals versichert: Wenn dir das Wetter nicht passt, dann warte 10 Minuten. Gut, wir haben zwei Stunden gewartet, aber auf einmal war der Himmel klar und der Abend wunderschön lauwarm. Um den Tag ausklingen zu lassen, gingen wir an den Strand. Zusammen mit all den Familien und den Halbwüchsigen vom Campingplatz, denn dort fand ein Dorffest statt. Und was für eines. Mit Band, Süßigkeiten stand, vielen Isländern im Islandpullover und ein riesiges Feuerwerk mit Farbfackeln. Ein grandioses Spektakel. Leider wussten wir bis zum Schluss nicht, ob es ein besonderes Fest war. Aber es war ein toller Tagesausklang.

Island Roadtrip (Foto: Sabina Schneider)

Auf ins farbenprächtige Landmannalaugar

Das ließ ich mir nicht entgehen und stand auf meiner To-Do Liste ganz oben: Das Gebiet Landmannalaugur. Im Winter ist das Gebiet natürlich gesperrt, deswegen konnte ich es 2013 nicht anschauen, deswegen wollte ich es umso mehr. Landmannalaugar heißt übersetzt „die warmen Quellen der Leute vom Land“. Schon die Anfahrt dorthin ist spektakulär. Nicht nur, dass man ordentlich durchgeschüttelt wird, wie ich es etwas auch aus Namibia kenne, sondern die Aussicht war stets spektakulär.

Island Roadtrip (Foto: Sabina Schneider)

Von Laugardalur aus starteten wir unsere kleine Wandertour durch das farbige Bergmassiv. Während der Vulkan Bláhnjúkur aus graublauem Pechstein besteht, glänzt der Vulkan Brennisteinsalda im rötlich-braunen Gestein. Auf grund von Schwefel und Kalk wird die Szenerie durch graue, bläuliche und weiße Farbflecken ergänzt. Grünes Moos, weiße Schneefelder und das schwarze Obsidianlavafeld ergänzen das Farbspektakel.

Island Roadtrip (Foto: Sabina Schneider)

Wer das Landmannalaugar auf eigene Faust entdecken will, der kommt nicht darum, einen 4×4 Geländewagen zu mieten, denn den herkömmlichen Mietautos ist es nicht erlaubt, dort hinzufahren (F-Straße)*. Ansonsten gibt es natürlich auch geführte Touren. Ich war mit Reykjavík Exkursion unterwegs – sehr bekannt vor Ort und erfahren.  Außerdem hat man auch die Möglichkeit, sich ein Busticket zu buchen, ohne geführter Tour. Weitere nützliche Informationen findet ihr bei Anke und Thorsten von Moosearoundtheword

Island Roadtrip (Foto: Sabina Schneider)

Unterkünfte Island Teil 1: 

Reykjavík: Bus Hostel

Stokkseyri: Stokkseyri Camping Side (Mitglied in der Iceland Camping Card/ GPS N63° 50′ 8.602″ W21° 3′ 33.229″)

Nützliches:

In Island wir fast alles mit Karte gezahlt. Fast alles. Außer die Toiletten und die Duschen an den Campingplätzen. Hier immer Münzen mit einschieben.

Der Roadtrip im Überbick: 

Teil 1: Von Reykjavík ins Landmannalaugar

Tag 1: Reykavik | Tag 2: Golden Circle | Tag 3: Landmannalaugar

Teil 2: Von Wasserfälle bis Egilstadir

Tag 4: Seljalandsfoss/ Eyjafjallajökull/ Skogafoss/ Vík í Mýrdal | Tag 5: Fjaðrárgljúfur Canyon/ Skaftafell + Svartifoss/ Jökulsárlón/ Stokksnes + Höfn | Tag 6: Djúpivogur/ Hengifoss

Teil 3: Von Egilstadir in den Norden und zurück nach Reykjavík

Tag 7: Dettifoss/ Krafla/ Mývatn / Nature Bath | Tag 8: Húsavík | Tag 9: Goðafoss / Akureyri | Tag 10: Glaumbær / Reykjavík

Island Roadtrip (Foto: Sabina Schneider)

* Mit Geysir.is entstand für den Island-Roadtrip eine Kooperation.